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MSR2-Reform: Einigung zwischen EU-Parlament und Rat

Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union haben im Trilog eine vorläufige politische Einigung zur Reform der Marktstabilitätsreserve (MSR2) des zweiten Europäischen Emissionshandelssystems für Verkehr und Wärme (EU-ETS 2) erzielt.

Grundlage der Einigung ist der von der Europäischen Kommission im November 2025 vorgelegte Reformvorschlag. Demnach soll die MSR2 über das Jahr 2030 hinaus fortgeführt werden. Zudem wird die Menge der freizugebenden Zertifikate bei einer Überschreitung des Preisschwellenwerts von 45 €/t CO₂ von bislang 20 Millionen auf 40 Millionen Zertifikate je Auslösung verdoppelt. Darüber hinaus können künftig bis zu zwei Auslösungen pro Jahr erfolgen, um zusätzliche Zertifikate auf den Markt zu bringen.

Neu ist außerdem eine graduellere Freigabe von Zertifikaten. Hierzu wird ein zusätzlicher Schwellenwert von 260 Millionen im Umlauf befindlichen Zertifikaten eingeführt, bei dessen Unterschreitung bereits ein Teil der vorgesehenen Zertifikate freigegeben werden kann. Ziel ist es, abrupte Marktreaktionen zu vermeiden und die Preisstabilität zu erhöhen.

Noch unklar ist, ob sich die Forderung des Europäischen Parlaments durchgesetzt hat, zusätzliche Zertifikate bereits nach einem statt nach zwei Monaten Überschreitung des Preisschwellenwerts von 45 €/t CO₂ freizugeben. Ebenfalls offen ist, ob die vom Parlament vorgeschlagene Löschung der in der MSR2 verbleibenden Zertifikate in den Jahren 2034 und 2036 Teil der Einigung geworden ist. Die bislang veröffentlichten Informationen beschränken sich auf den Hinweis, dass hierzu ein Kompromiss erzielt worden sei.

Die politische Einigung muss nun noch technisch und juristisch ausgearbeitet sowie anschließend von Parlament und Rat formell angenommen werden, bevor die Reform in Kraft tritt.

24.06.2026

Ihr Emissionshändler.com Team